28.05.2014 09:26 Alter: 3 yrs

Nussesser leben länger - aktuelle Studien belegen präventiven Effekt von regelmäßigem Nussverzehr

Kategorie: News aus der Wissenschaft

 

Studien aus Spanien und den USA belegen, dass der regelmäßige Verzehr von Nüssen das Leben deutlich zu verlängern scheit.

(Nucis e.V.) - Warum werden einige Menschen über 90 Jahre alt, während andere schon mit 70 dahinscheiden müssen? Die Wissenschaften beschäftigen sich schon länger mit diesem Thema und haben dabei auch diverse Faktoren herausgefiltert, die für die Lebenserwartung eine große Rolle spielen. Wie etwa das Erbgut und die hygienischen Verhältnisse, und vom Rauchen und dem Stress weiß man, dass sie das Leben verkürzen, während Bewegung und Selbstdisziplin es eher verlängern.

Aber auch die Ernährung spielt mit. Und dabei sollte man, wie jetzt zwei Studien aus Spanien (1) und den USA (2) belegen, nicht die Nüsse vergessen. Denn ihr regelmäßiger Verzehr scheint das Leben deutlich zu verlängern.

Ein Forscherteam unter Ying Bao von der Harvard Medical School in Boston analysierte die Gesundheits- und Sterbedaten von knapp 76.500 Frauen und 43.000 Männern, die im Rahmen zweier bekannter Erhebungen, der Nurses-Health-Studie (1980 bis 2010) und der Health-Professionals-Follow-up-Studie (1986 – 2010), gesammelt wurden. Dabei warf man einen besonderen Blick auf die Zusammenhänge von Nussverzehr und Sterberisiko.

Im Ergebnis zeigte sich: Wer eine Portion Nüsse pro Woche aß, hatte eine um 11 Prozent niedrigere Sterbequote als die Gruppe der Nussabstinenten, und wer fünf bis sechs Mal wöchentlich zum Kernigen griff, konnte sein Sterberisiko sogar um 20 Prozent senken. Außerdem zeigte sich, dass Nussesser seltener an schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt, Krebs und Asthma verstarben.

Ein deutlicher Hinweis darauf, dass Nüsse zur Lebensverlängerung beitragen. Aber eben nur ein Hinweis. Denn möglicherweise wurden die Nusskonsumenten nicht nur wegen ihrer „kernigen“ Ernährung besonders alt. Es wäre ja beispielsweise auch denkbar, dass sie insgesamt mehr auf die Gesundheit achten als andere. So etwas kennt man ja beispielsweise auch von Vegetariern.

Es wäre daher aussagekräftiger, wenn man eine so genannte Interventionsstudie betreibt, das man also eine Probandengruppe, die vorher noch keine oder nur wenige Nüsse gegessen hat, zu einem bestimmten Zeitpunkt zu konsequenten Nusskonsumenten macht, um dann ihre Sterbequote einige Jahre später mit der einer Kontrollgruppe zu vergleichen. Genau dieses Studiendesign wählte ein Forscherteam unter Ramón Estruch von der Universität Barcelona.

Die Wissenschaftler teilten über 7200 Männer und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren  in drei Gruppen ein: in der einen wurde man auf eine Mittelmeerdiät mit Schwerpunkt Nüssen eingeschworen, während in der Vergleichsgruppe eine Mittelmeerdiät praktiziert wurde, in der das Olivenöl dominierte. Eine dritte Gruppe wurde auf eine leicht fett- und kalorienreduzierte Kontrolldiät gesetzt. Nach knapp fünf Jahren erfasste man schließlich die Sterbequote aller Probanden und setzte sie in Relation zu ihrem Nussverzehr.

Es  zeigte sich:  Wer wöchentlich mehr als drei Portionen Nüsse (eine Portion = 28 Gramm) konsumierte, dessen Sterberisiko war um 39 Prozent kleiner als bei den Nussabstinenten. Er litt außerdem deutlich seltener an Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, womit auch gleich eine Erklärung für seine Langlebigkeit anbietet.

Estruch interpretiert diese Ergebnisse „als weiteren Hinweis für das inverse Verhältnis von Sterblichkeit und der Frequenz des Nussverzehrs“. Oder anders ausgedrückt:

Mit Nüssen auf dem Speiseplan steigt die Chance auf ein langes Leben. Was vermutlich vor allem an ihren ungesättigten Fettsäuren liegt, die schon länger für ihren positiven Effekt auf die Zucker- und Fettwerte im Blut bekannt sind und dadurch das Herz-Kreislauf-System schützen. Außerdem liefert die Nuss beträchtliche Mengen an Antioxidantien, die den menschlichen Organismus vor den Attacken der berüchtigten freien Radikale schützen. So enthalten 100 Gramm Pistazien, Mandeln und Walnüsse jeweils über 20 mg Vitamin E und damit mehr als das Zehnfache von Eiern und Hering. Pekan- und Walnüsse liefern große Mengen antioxidativer Polyphenole, nämlich 1500 mg pro 100 Gramm. Das ist drei Mal so viel wie bei der Bitterschokolade.

 

Dr. Jörg Zittlau

 

(1) Guasch-Ferré M u.a., „Frequency of nut consumption and mortality risk in the PREDIMED nutrition intervention trial“, BMC Medicine 2013, 11: 164

(2) Ying Bao, MD, “Association of Nut Consumtion with Total and Cause-Specific Mortality”, N Engl J Med 2013, 369; 21

 


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